Sonntag, 22. Oktober 2017

atelier:performance #7 - Beate Linne



22nd of October 2017 - 3pm


Linne's work investigates core issues of life and the condition of being a human through creating live-action with her body. Her performances often test the corporeal and mental limits of herself, questioning the social manners and learned norms of behaviour. By using her body as a tool of creating powerful live-images, Linne considers performance as an opportunity to express herself in her ongoing examination of the ideas of freedom and conventionality of thought. At the heart of her work is an encounter and exchange between people: a possibility to initiate alternative and bold thinking processes. 














The following text "Phoenix fragments - notes from the travelling islands - 23.10.2017" was written after the performance of Beate Linne by ogyyst. (original language German)  

Phoenix Fragment 23.10.2017

Immer glaubte sie
Es sei einfach
Es ist doppelt
Es ist doppelt
Nicht einfach
Wie sie immer glaubte

Immer glaubte sie
Das Schwere sinke
Und das Leichte steige
Doch das Schwere steigt
Und das Leichte fällt
Von uns ab
Bisweilen weiß sie das

Wenn das Herbstlaub
Den Wind peitscht
Wenn die Brüste
Zum Sturm läuten
Dann steckt sie
Den Kopf in den Sand
Denn sie weiß

Verdammt
Sie hat es immer gewusst
Nur warum
Hat es ihr keiner gesagt
Nur warum
Hat sie verlernt zu sprechen
Verdammt

Nun muss sie zusehn
Wie ihr aschenes Haupt
Sie anstarrt
Wie ihr Antlitz
Unsichtbar wird
Hinter den Spiegeln
Wo bleibt die Hoffnung

Immer glaubte sie
Es sei ein Zeichen von Leben
Wenn die Füße brennen
Was aber
Wenn die Schuhe zuerst
In Flammen aufgehen

Ganz Fragezeichen
Sitzt sie dann da
Einen Moment
Und schaut uns an
Und schaut uns an
Und plötzlich
Mit einem Mal
Für einen Moment
Leuchtet alles
Mit Sinn


Sonntag, 3. September 2017

atelier:performance #extra - Marta Lodola

(for the English version, please scroll below)


Marta Lodola (Italy)
03.09.2017
12pm - 6pm


Durchgängige Performative Intervention - im Rahmen des 20. ZINNOBER




Künstler Statement: "Ich bin eine visuelle Künstlerin, die sich auf Performancekunst spezialisiert hat. Mein künstlerischer Forschungsschwerpunkt untersucht die Beziehungen, welche zwischen dem Körper und seinem umgebenden Kontext entstehen. Ich interessiere mich für den weiblichen Körper und seine Beziehungen in der zeitgenössischen Gesellschaft. Im folgenden beruht meine Arbeit auf Diskriminierung, geschlechtsspezifischer Gewalt, sozialen Beziehungen und jegliche Probleme, die die Freiheit des Individuums untergraben.




Ich betrachte die Kunst als ein Werkzeug der Opposition, das einen Gegenstrom zur Homogenisierung der Kultur erzeugt. Für mich ist Kunst ein Werkzeug des Widerstandes. Für mich ist der weibliche Körper doppelt, ist weiblich, männlich und mächtig über jede einfache Darstellung hinaus gehend. Ich werde von meinem täglichen Leben inspiriert, um meine Handlungen zu schaffen, in der Tat glaube ich, Performance und Leben sind zusammengebunden.


Mein Weg ist eine Verwirklichung meines Platzes in der Welt, ich frage mich nach der Wahrhaftigkeit meiner Rolle in unserer Gesellschaft. Ich arbeite mit orstspezifischen Performances und Langzeitperformances, fotografische Selbstauslöser, Video und Illustration. Meine Handlungen sind Teil der meditativen Staaten, Katharsis, Improvisation, der Körper als Skulptur und Installationen." (M.L.)


Für die atelier:performance #extra hat Marta Lodola eine neue Langzeitperformance mit dem Titel 'ARISE' entwickelt.





ENGLISH VERSION

Durational Performance - 
during the 20. ZINNOBER

Artists Statement: "I’m a visual artist specialized in performance art. My artistic research point to study the relationships created amongst the body and Its surrounding context. I’m interested in the female body and its relationships within contemporary society. In reference, my work is based on discrimination, gender violence, social relationships and any kind of problems undermining the freedom of the individual.




I consider art as a tool of opposition generating a counter-stream to homogenisation of culture. For me, art is a tool of resistance. For me, the female body is dual, is feminine, masculine and powerful beyond any simple representation. I get inspired by my daily life in order to create my actions, in fact, I believe performance and life are tied up together.



My path is a realization of my place in the world, I question myself about the truthfulness of my role within our society. I work with performance site-specific, long durational, photographic self-timer, video, and illustration. My actions are part of meditative states, catharsis, improvisation, the body as a sculpture and installations." (M.L.)



For the atelier:performance #extra Marta Lodola developed a new durational performance with the title 'ARISE'.








Potos: Ilka Theurich

Samstag, 2. September 2017

atelier:performance #extra - Christiane Oppermann

(the English version is coming soon)

Christiane Oppermann (Germany)

02.09.2017
4pm - 9pm




Durational Performance: 20170902#5h
im Rahmen des 20. ZINNOBER


„Wann beginnt die Performance? Mittendrin und abseits, Tage, manchmal Wochen vorher. Phase 1: Atmosphärisches Rauschen und vage Bilder. Phase 2: Bei all den Themen, Konflikten, Aus-einandersetzungen, Bedingungen, Bedürfnissen, Beziehungen und Reibungen mit der Welt das Auftauchen, Verflechten, Begleiten, Verbinden, Untertauchen, Eingehen, Damit-Einhergehen, Wenden, Festhalten, Ausschmücken,... beobachten und - loslassen. Bloß wieder loslassen. Nichts Festes Aber etwas (something else) nistet sich ein. Im Herzen. Heimlich. Phase 3: Poetische Reifung hin zu einer „tiefen“ Bildidee.


Später wird ein leerer Koffer mit Dingen, Energien und dazu notwendigen Verbeugungen gefüllt = Phase 4. Im Zwischenraum: Ein aufgeladener Transfer. Phase 5: Entleerung. In-den-Raum-treten. Leersein und Spannung (aus-)halten. Tote Bilder ruhen lassen und das Etwas aus dem Herzen schlüpfen lassen. Geschehen lassen. Vielleicht den Koffer öffnen oder auch nicht und schauen, was passiert. In Gelassenheit. Zeit nehmen und die Zeit sich das Etwas nehmen lassen. Ein Bild entstehen lassen.“ C.O.




Auch wenn Christiane Oppermann über eine Steinbildhauerlehre zur Bildenden Kunst kam, ist bereits im Studium das Ephemere an die Stelle des Ewigen getreten. Da liegt die Kunst der Handlung nicht fern. Für diese Form der Kunst begeistert sich die Künstlerin als sie 1995 Boris Nieslony begegnete. In Zusammenarbeit mit dem Performance-Künstler hat sie in der Vergangenheit auch einige Performance-Projekte, Seminare und Workshops mit internationaler Künstlerbeteiligung in Hannover organisiert. Eine "reine" Performerin ist sie allerdings nicht geworden. Für die Künstlerin sind Bezeichnungen oder Kategorien wie Maler, Bildhauer oder Performer nicht relevant. Eine gut gestellte Frage befördert und benötigt eine gewisse Form der Untersuchung Dass die Künstlerin multimedial unterwegs ist, ergibt sich daher aus ihrer Neugier und Lust am Fragen und Forschen. Wie in ihren temporären meist ortsbezogenen Installationen und Interventionen kommen dabei auch in ihren Performances häufig Alltagsgegenstände zum Einsatz, die auf poetische, teils humorvoll-skurrile Weise ihren Charakter verändern und zu neuem Leben erwachen. Gelegentlich arbeitet die multimediale Künstlerin auch im Bereich Performance mit Projektionen (Overhead, Video) oder es entstehen, teilweise in Kooperation mit anderen Künstlerinnen, Video-Performances.